Tropische Mückenarten erobern Europa

Malaria, Dengue-Fieber, Chikungunya-Fieber – gefährliche Tropenkrankheiten kommen immer näher. Denn der Klimawandel und der damit einhergehende Anstieg der Temperaturen sorgen dafür, dass sich exotische Mückenarten auch in Europa zunehmend wohlfühlen. Das Problem: Diese Mücken können gefährliche Krankheitserreger übertragen. Für besonderes Aufsehen sorgt die Asiatische Tigermücke, die zwischenzeitlich schon in unseren Breitengraden gesichtet wurde. Laut Forschern der Universität Liverpool könnte sie sogar bis zum Jahr 2050 in großen Teilen Europas und damit auch in Deutschland endgültig heimisch werden. Eine höchst brisante Angelegenheit. Schließlich gilt die Asiatische Tigermücke als Überträger des Dengue- und des Chikungunya-Fiebers.

Asiatische Tigermücke, japanischer Buschmoskito

Zu den tropischen Mückenarten, die in Europa und auch in Deutschland registriert wurden, zählen neben der Asiatischen Tigermücke unter anderem der japanische Buschmoskito und die Malariamücke Anopheles plumbeus.

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Die Asiatische Tigermücke breitet sich in Europa aus.

Die Asiatische Tigermücke sorgte in Europa erstmals im Jahr 2007 für größere Aufmerksamkeit. In der italienischen Provinz Ravenna wurden innerhalb kürzester Zeit mehr als 150 Fälle des Chikungunya-Fiebers registriert – eine Virusinfektion, die eigentlich in Afrika oder Asien verbreitet ist. Während die Ärzte zunächst im Dunkeln tappten und auch der Gedanke an Chikungunya zunächst mehr als fern lag, wurde schließlich herausgefunden, dass ein aus Indien zurückgekehrter Tourist infiziert war und der Virus daraufhin anscheinend durch die Asiatische Tigermücke in Italien von Mensch zu Mensch übertragen wurde.

Der Japanische Buschmoskito gilt als Überträger des West-Nil-Fiebers. Nach Europa ist das Insekt vermutlich in Bambustöpfen eingereist. In Griechenland starben im Jahr 2011 mindestens elf Menschen am West-Nil-Virus. Die Malariamücke Anopheles plumbeus wurde bereits in ländlichen Regionen in Süddeutschland gesichtet.

Während die Malariamücke „Aedes albopictus“ (Asiatische Tigermücke) zunächst vor allem im Mittelmeerraum „Station“ machte, wurde der Exot mittlerweile bereits in rund 14 europäischen Ländern registriert. Auch in Deutschland sorgt der tropische Einwanderer aktuell für Gesprächsstoff.

Forscher warnen: Asiatische Tigermücke könnte hierzulande heimisch werden

Die Forscher der Universität Liverpool sehen insbesondere den Klimawandel mit steigenden Temperaturen und feucht-warmen Wintern als Hauptgrund für die Ansiedlung von tropischen Mückenarten in Europa. Die Prognose der Wissenschaftler lässt aufhorchen: Aufgrund des Klimawandels sei zu erwarten, dass sich die Asiatische Tigermücke in den kommenden drei Jahrzehnten in weiten Teilen Europas zunehmend ausbreiten und heimisch werden wird. Neben Deutschland rücken dann auch Zypern, Bulgarien, die Türkei, Portugal, Großbritannien, die Benelux-Länder sowie die Slowakei ins Fadenkreuz der Exoten.

Auch wenn derzeit durch Mücken übertragene Tropenkrankheiten eher die Ausnahme als die Regel sind, wollen die Wissenschaftler die Situation weiterhin genauestens im Auge behalten.