Mücken in Deutschland

In Deutschland gibt es über 50 heimische Mückenarten. Aedes japonicus – die Asiatische Buschmücke – wurde als erste exotische Stechmückenart in den Katalog der in Deutschland vorkommenden Mücken aufgenommen. Auch die aggressive Asiatische Tigermücke (Stegomyia albopicta oder Aedes albopictus) wurde bereits in Deutschland gesichtet. Für Insektenforscher ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie sich – ebenso wie die Asiatische Buschmücke – hier niederlassen wird. Das Problem: Diese zugewanderten Mücken können teilweise Erreger für gefährliche Krankheiten übertragen, wie etwa das Dengue- und Chikungunyafieber. Aber auch die heimischen Mückenarten können bestimmte Krankheitserreger weitergeben.

Am häufigsten vertreten in Deutschland: die Gemeine Stechmücke

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Mücken in Deutschland – zum Beispiel die Schnake

Die gemeine Stechmücke (Culex pipiens) hat sich optimal an ein Leben in der Nähe von Wohnhäusern angepasst. Sie hat einen drei bis sieben Millimeter langen, dünnen Körper und auffallend lange Beine. Die Weibchen verfügen über einen langen Stechrüssel, mit dem sie Blut saugen. Auch die heimische Stechmücke kann Krankheiten übertragen, da ihr Speichel Viren oder Bakterien enthalten kann, die die Mücken bei einem infizierten Menschen beziehungsweise Tier zusammen mit dem Blut aufgenommen haben.

Ringelmücke oder Große Hausmücke

Die Große Hausmücke (Culiseta annulata) wird zwischen 10 und 13 mm lang und gehört damit zu den größeren Mückenarten. Die Körperfärbung ist schwarzgrau mit hellen Querstreifen, die Beine sind weiß gezeichnet. Ebenso wie die Gemeine Stechmücke ist die Ringelmücke oft in der Nähe von Wohngegenden und landwirtschaftlich genutzten Gebieten verbreitet. Denn hier können sie ihre Eier auf stillen Wasseroberflächen ablegen, zum Beispiel in Regentonnen und Jauchegruben. Ringelmücken können das Tahyna-Virus übertragen. Eine Infektion mit diesem Virus kann zu grippeähnlichen Symptomen bis hin zu einer Gehirnentzündung (Enzephalitis) führen.

Wiesenmücke

Die Wiesenmücke (Aedimorphus vexans) gehört zur Gruppe der Überschwemmungsmücken, weil sie ihr Brutgebiet vorzugsweise in überschwemmten Regionen anlegt. In den hochwasserreichen Sommermonaten kommt es an zahlreichen Flüssen und Seen in Deutschland wie Elbe, Bodensee und Rhein zu einer extremen Verbreitung der Wiesenmücken. Auch diese Mückenart kann die Erreger einer Gehirnentzündung (Enzephalitis) übertragen.

Insektenforscher beobachten die weitere Entwicklung

Professor Sven Klimpel (Senckenberg Deutsches Entomologisches Institut) erkärt: „Wir wissen, dass wir es in naher Zukunft immer mehr mit über Insekten übertragenen Erkrankungen zu tun haben werden. Nicht gleich, aber in zehn, fünfzehn Jahren. Und da ist es wichtig, dass man weiß, welche Mückenarten vorkommen, um präventiv darauf einwirken zu können.“