Sinnvolle Maßnahmen bei Insektenstichen

Trotz aller Schutzvorkehrungen wie Moskitonetze, Duftkerzen oder Repellentien (Mückenschutzmittel) kann es passieren, von einer Mücke oder einem anderen Insekt gestochen zu werden. Nach einem Stich geht es darum, schnell zu reagieren und diesen effektiv zu behandeln. Gerade wenn Kinder oder Allergiker betroffen sind, kann ein rasches Eingreifen sogar eine lebensrettende Maßnahme sein.

Erste Frage: Welches Insekt hat gestochen?

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Nicht kratzen – auch wenn´s schwer fällt!

Für Allergiker ist es besonders wichtig zu erkennen, welches Insekt gestochen hat. Vor allem dann, wenn eine spezielle Insektengiftallergie vorliegt. Hierbei handelt es sich um eine Überreaktion des Immunsystems auf das Insektengift. Diese allergische Reaktion tritt besonders häufig nach Bienen- und Wespenstichen auf. Die Bestimmung des Insekts ist aber auch für die Art der Behandlung ausschlaggebend. Ein Zeckenbiss etwa wird anders therapiert als ein Bremsenstich. Die Zecke sollte so früh wie möglich vorsichtig von der Biss-Stelle entfernt und diese anschließend desinfiziert werden.

Nach einem Bremsenstich hingegen kann man sofort mit der Behandlung beginnen und die Einstichstelle mit Hitze behandeln, zum Beispiel mit einem sogenannten Stichheiler. Dieses Gerät heizt sich auf etwa 50°C auf. Den erhitzten Teil des Gerätes hält man kurzzeitig auf den Stich. Aufgrund dieser Einwirkung zerfallen die Eiweiße des Giftes und machen das Insektengift unschädlich. Vorsicht ist jedoch geboten bei der Anwendung an hitzeempfindlichen Personen, vor allem Kindern.

Hilfsmittel zur Behandlung

Mit Hilfe einer Vakuumpumpe kann man das Gift aus dem Stich heraussaugen. Die Pumpe wird direkt an die Einstichstelle angelegt, der Kolben der Pumpe wird hochgezogen und so eine Saugwirkung erzeugt, die das Gift aus der Wunde befördert. So lässt sich komplett vermeiden, dass es zu einer Anschwellung kommt. Diese Pumpen sind mit Aufsätzen in verschiedenen Größen erhältlich.

Salben sorgen für Kühlung

Kühlende Gels können den Schmerz ebenso lindern wie den Juckreiz. Wer auf Insektenstiche allergisch ist, sollte die Stichstelle mit leicht kortisonhaltigen Cremes behandeln. Denn das Kortison verhindert, dass es zu einer Entzündung durch den Stich kommt. Auch wenn bereits eine Entzündung ausgebrochen ist, kann eine rezeptfreie kortisonhaltige Creme die weitere Ausbreitung eindämmen. Sollte sich die Entzündung trotzdem verschlimmern, ist umgehend ein Arzt aufzusuchen.

Weitere Methoden zur Kühlung

Sofort nach einem Insektenstich wirken kalte Umschläge lindernd. Auch Eiswürfel, Kühlkompressen und sogar Tiefkühlgemüsepackungen eignen sich. Sind diese Hilfsmittel nicht zur Hand, da man in freier Natur unterwegs ist, einfach etwas feuchte Erde auf den Stich legen. Auch bestimmte Lebensmittel dienen der Kühlung wie etwa Gurkenscheiben und Essigwasser.

Der Ernstfall: Stich in den Mund oder Hals

Wichtigste Maßnahme: Ruhe bewahren und sofort kühlen, im Mund am besten mit Eiswürfeln. Zusätzlich kann der Hals mit einem feuchten und kalten Umschlag behandelt werden. Suchen Sie je nach Stärke der Beschwerden einen Arzt auf. Bei Atembeschwerden bitte sofort den Notarzt verständigen.

Wie behandelt man einen Zeckenbiss?

Erste und wichtigste Maßnahme ist, die Zecke von der betroffenen Stelle sofort zu entfernen. Auf falsche „Hilfsmittel“ wie Klebstoffe und Öl sollte möglichst verzichtet werden. Zum Entfernen eignet sich am besten eine Zeckenzange oder eine Pinzette. Dabei unbedingt darauf achten, dass die Beißwerkzeuge vom Kopf der Zecke nicht abreißen und in der Haut stecken bleiben. Die Zecke vorsichtig möglichst nahe an der Hautoberfläche packen und herausdrehen, anschließend die Biss-Stelle desinfizieren. Bei schwer zugänglichen Biss-Stellen sollte ein Arzt konsultiert werden, damit dieser die Zecke entfernt.

Die Behandlung, die am besten wirkt: Vorbeugung

Repellentien (Mückenschutzmittel) oder eine Impfung gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) sind sehr effektive Methoden, um sich vor den unangenehmen – bis hin zu lebensbedrohlichen – Auswirkungen von Insektenstichen zu schützen. Die Frühsommer-Meningoenzephalitis ist eine durch Zecken übertragene Viruserkrankung, die mit einer Entzündung des Gehirns oder der Hirnhäute einhergehen kann. Personen, die in Risikogebieten leben, ist eine Impfung anzuraten. Risikogebiete bestehen auch innerhalb Deutschlands, zum Beispiel im dichtbewaldeten Süddeutschland. Aber auch die Schweiz, Österreich und das Baltikum gelten als Risikogebiete.



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