Malaria – Eine der häufigsten Infektionskrankheiten

 Frau auf Safari: Schutz gegen Malaria erforderlich

Touristen sollten sich in tropischen Gebieten vor Mückenstichen schützen. Vor allem in Afrika ist Malaria weit verbreitet.

Ein harmloser Mückenstich kann schlimmstenfalls tödlich enden: Die Tropenkrankheit Malaria (auch Sumpffieber oder Wechselfieber) wird von einzelligen Parasiten, sogenannten Plasmodien, ausgelöst. Als Parasiten leben die Plasmodien im Körper eines anderen Lebewesens, dem sogenannten Wirt, von dem sie sich ernähren und ihm dabei mitunter schädigen. Die Krankheitserreger werden durch die weiblichen Anophelesmücken beim Blutsaugen übertragen. Malaria tritt in mehr als hundert Ländern der Tropen und Subtropen auf und gehört dort zu den häufigsten Infektionskrankheiten.

Touristen sollten sich in tropischen Gebieten vor Mückenstichen schützen. Vor allem in Afrika ist Malaria weit verbreitet. Aufgrund des Klimawandels hat sich die Malaria inzwischen auch auf Teile Südeuropas ausgebreitet und ist beispielsweise vereinzelt in Spanien zu finden. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkranken pro Jahr rund 200 Millionen Menschen weltweit an Malaria. Darüber hinaus ist die Tropenkrankheit für jährlich etwa 500.000 Todesfälle verantwortlich, mehr als die Hälfte davon sind Kinder1.

Übertragung der Krankheit

Es gibt über 200 verschiedene Unterarten von Plasmodien. Hiervon ist allerdings nur eine Handvoll für Malaria beim Menschen verantwortlich. Der am weitesten verbreitete und gefährlichste Erreger ist das Plasmodium falciparum, das die Malaria tropica auslöst.

Übertragen werden die für die Malariainfektion verantwortlichen Plasmodien über einen Stich der weiblichen Anophelesmücken. In der Mücke leben die Parasiten im Darm und in den Speicheldrüsen. Bei einem Stich gelangen sie dann über den Speichel in das Blut des Menschen. Von dort befallen sie beim Menschen zunächst Zellen der Leber, anschließend infizieren sie die roten Blutkörperchen, die Erythrozyten.

In diesen vermehren sich die Plasmodien so lange bis die Blutzellen aufplatzen. Dadurch werden die Erreger freigesetzt und können neue Erythrozyten befallen. Die zerstörten roten Blutkörperchen hinterlassen Zellreste. Darauf reagiert das Immunsystem mit Fieber. Da der Befall der Zellen und das Freisetzen der Plasmodien zyklisch erfolgen können, kommt es bei einer Erkrankung an Malaria oftmals auch zu Fieberschüben. Das Fieber geht zunächst zurück, bevor die Körpertemperatur nach ein bis drei Tagen erneut ansteigt. Daher kommt auch der Begriff des Wechselfiebers.

Fieberzyklen, Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen sind typisch für Malaria

Vom Infektionszeitpunkt bis zum Ausbruch der ersten Krankheitssymptome kann, abhängig vom Erreger, eine Inkubationszeit von einigen Tagen bis einigen Wochen vergehen. Die auftretenden Krankheitsanzeichen fallen zunächst recht unspezifisch aus und werden daher oftmals als Grippe- oder Erkältungssymptome fehlgedeutet. Tritt nach einem Aufenthalt in einem Malaria-Risikogebiet Fieber auf, sollte daher umgehend ein Arzt aufgesucht werden, um eine mögliche Malaria-Infektion abzuklären. Denn je früher eine Infektion behandelt wird, desto besser!

Neben starkem, häufig zyklischem Fieber kommt es bei Malaria meist zu Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen. Auch Magen-Darm-Probleme sind möglich. Wird die Krankheit in diesem Stadium nicht rasch erkannt und behandelt, treten in der Folge oftmals Komplikationen und ein schwerer bis lebensbedrohlicher Krankheitsverlauf auf.

Durch die Zerstörung der roten Blutkörperchen kann es zu Symptomen der Gelbsucht kommen. Haut und Augen bekommen eine gelbliche Verfärbung. Darüber hinaus können Kreislaufkollaps, Lungenödeme (umgangssprachlich Wasserlunge) und Schocks auftreten. Der Erreger der Malaria tropica greift außerdem auf das Nervensystem über und schädigt dieses. Bewusstseinsstörungen, Krämpfe und Koma können die Folgen sein.

Medikamente, Moskitonetze und Repellents gegen Malaria

Bei einem Verdacht auf Malaria sollte umgehend ein tropenmedizinisches Institut oder alternativ der Hausarzt aufgesucht werden. Bei der Diagnosestellung helfen dem Arzt die Anamnese (Arzt-Patientengespräch) sowie eine mikroskopische Blutuntersuchung. Bei Malaria weist das Blutbild typischerweise eine verminderte Anzahl an Erythrozyten (roten Blutkörperchen) und eine erhöhte Menge an Leukozyten (weißen Blutkörperchen) auf. Auch Schnelltests stehen für den Malarianachweis zur Verfügung.

Bei einer frühzeitigen Diagnose kann die Erkrankung medikamentös behandelt werden. Hierbei werden verschiedene Medikamente, meist in Kombination, verwendet. Dazu zählen Chloroquin, Proguanil, Lumefantrin, Mefloquin, Chinin und Primaquin. Einige dieser Arzneimittel können auch prophylaktisch zur Malariavorsorge eingenommen werden.

Neben dieser medikamentösen Prävention (Chemoprophylaxis), kann man Malaria hauptsächlich durch Expositionsprophylaxe vorbeugen. Das bedeutet, dass man einen Stich durch die Überträgermücke von vornherein verhindert. Hierfür sind Repellentien (zum Beispiel Mückensprays) besonders empfehlenswert. Bei der Auswahl eines geeigneten Produkts sollte abgeklärt werden, ob der Wirkstoff des Mückenschutzes auch gegen die Anophelesmücke wirksam ist. Die Wirkstoffe DEET und Icaridin haben sich hier bewährt. Für Reisen in die Tropen sind daher auch Anti Brumm® Classic und Anti Brumm® Forte besonders gut geeignet.

Da die Anophelesmücke vor allem dämmerungs- und nachtaktiv ist, sind Moskitonetze (mit einer Maschengröße von maximal 1,2 Millimetern) über dem Bett sehr zu empfehlen. Diese Moskitonetze können – kompakt gefaltet – mit auf die Reise genommen und im Hotel aufgehängt werden. In vielen Unterkünften in gefährdeten Regionen sind hierfür geeignete Haken an der Decke angebracht oder es stehen sogar schon Netze vor Ort zur Verfügung. Das Mückennetz sollte nach Möglichkeit zusätzlich mit einem Repellent imprägniert werden, um so den Schutz vor Mückenstichen weiter zu erhöhen.

Wissenswert: Eine Krankheit schwächt den Verlauf der Malaria

Die Sichelzellenanämie ist eine vererbliche Erkrankung der Erythrozyten, die eine Verformung der roten Blutkörperchen auslöst und zu lebensbedrohlichen Gefäßverstopfungen führen kann. Personen, die an einer Sichelzellenanämie erkrankt sind, sind wesentlich seltener von Malaria betroffen. Erkranken sie dennoch durch einen Mückenstich, ist der Verlauf oftmals schwächer als bei gesunden Personen. Da eine leichte Erkrankung an Sichelzellenanämie einen evolutionären Vorteil im Schutz vor Malaria bietet, ist diese Krankheit gehäuft in Malariagebieten zu finden.



1http://www.who.int/gho/malaria/en/