FSME – Zecken dienen dem Virus als Überträger

FSME-Impfungen sind vor allem in Risikogebieten sinnvoll.

FSME-Impfungen sind vor allem in Risikogebieten sinnvoll.

Zecken gehören zu den blutsaugenden Parasiten: Die kleinen Tieren beißen sich für mehrere Stunden bis Tage an einem anderen, größeren Lebewesen, dem sogenannten Wirt, fest und saugen sich mit dessen Blut voll. Dabei schwillt ihr Körper um ein mehrfaches der Ausgangsgröße an – weibliche Zecken können eine Länge von bis zu drei Zentimetern erreichen!

Darüber hinaus können Zecken aber auch verschiedene schwerwiegende Krankheiten übertragen, wie beispielsweise FSME. Die Abkürzung FSME steht für Frühsommer-Meningoenzephalitis. Ausgelöst wird sie durch das FSME-Virus. Die Erkrankung kann völlig symptomfrei verlaufen, aber auch mit schwerwiegenden körperlichen Reaktionen einhergehen und schlimmstenfalls unheilbare Spätfolgen mit sich bringen.

Die Übertragung von FSME erfolgt meist über Zecken

Das FSME-Virus kann über zwei Wege auf den Menschen übertragen werden: In seltenen Fällen gelangt der Erreger durch den Konsum von Rohmilch, also nicht pasteurisierter, frisch gemolkener Milch, in den Körper des Menschen. Hierfür muss bereits das Milchvieh von dem Erreger infiziert sein. Da heute kaum noch Rohmilch getrunken wird, erfolgt die Übertragung wesentlich häufiger über einen Zeckenstich. Die Zecken, vor allem der in Deutschland heimische Gemeine Holzbock, dienen dem Virus als Überträger. Sie tragen den Virus in ihren Speicheldrüsen und infizieren während des Blutsaugens den gestochenen Wirt mit dem FSME-Virus.

Der Krankheitsverlauf

Eine Infektion mit dem FSME-Virus kann völlig symptomfrei verlaufen und daher komplett unbemerkt bleiben. Ist dies nicht der Fall, zeichnet sich der Krankheitsverlauf oftmals durch zwei Phasen aus. Etwa ein bis zwei Wochen nach der Infektion treten zunächst unspezifische, grippeähnliche Symptome und Fieber mit Temperaturen bis zu 40°C auf.

Ist der erste Fieberschub abgeklungen, kommt es nach wenigen Tagen bis zu einer Woche zu einem erneuten Temperaturanstieg. In dieser zweiten Krankheitsphase können auch neurologische FSME-Symptome hinzukommen. Hierzu zählt eine Entzündung des Gehirns oder der Hirnhäute (Meningoenzephalitis) oder des Rückenmarks (Myelitis). Dadurch können kurzzeitige oder andauernde neurologische Ausfälle auftreten, die mit Lähmungserscheinungen, Anfällen oder Kopfschmerzen einhergehen.

Gerade bei der Infektion von Erwachsenen können langwierige bis dauerhafte Lähmungen der Extremitäten oder auch Schluck- und Sprechstörungen die Folge sein. Selten verläuft die Krankheit aufgrund von Atemlähmung sogar tödlich.

FSME-Erkrankte können unter anderem diese Symptome aufweisen:

  • Grippeähnliche unspezifische Symptome wie Appetitlosigkeit und Abgeschlagenheit
  • Grippe
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Übelkeit
  • Schwindelgefühl
  • Rücken- und Nackenschmerzen
  • Krampfanfälle, Lähmungserscheinungen, Bewusstseinsstörung (bei Rückenmarks-, Hirn- und Hirnhautentzündung)

Behandlung und Vorbeugung von FSME

Eine FSME-Erkrankung kann nicht ursächlich bekämpft werden, da es bisher keine Medikamente gegen das FSME-Virus gibt. Bei der Behandlung steht die Linderung der Symptome im Vordergrund.

Einer Infektion sollte daher von vornherein vorgebeugt werden. Zeckenstiche lassen sich beim Aufenthalt in der Natur durch geeignete Repellents (Insektenschutzmittel) wie Anti Brumm® Zecken Stopp oder Anti Brumm® Forte verhindern. Auch helle und lange Kleidung sowie festes Schuhwerk können den Stich durch eine Zecke verhindern. Für Personen, die sich viel in der freien Natur aufhalten und die in Risikogebieten leben, ist eine Impfung gegen FSME besonders sinnvoll.

Risikogebiete für FSME

FSME wird bei uns durch verschiedene Zeckenarten, insbesondere den Gemeinen Holzbock, übertragen. Dabei kommt das Virus in einigen Regionen wie Süddeutschland und Österreich besonders häufig vor. Als Risikogebiet definiert das Robert-Koch-Institut eine Region, in der FSME innerhalb von fünf Jahren deutlich häufiger als einmal pro 100.000 Einwohner auftritt. Man rechnet damit, dass in diesen Gebieten etwa 0,1 – 5 Prozent der Zecken das Virus in sich trägt1. Besonders Bayern und Baden-Württemberg gelten in Deutschland als Risikogebiete; der Odenwald, der Schwarzwald, die Bergstraße sowie die Region um Passau weisen besonders hohe FSME-Raten auf.



1http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_FSME.html