Elephantiasis tropica – Eine weit verbreitete Tropenkrankheit

Die Erkrankung Elephantiasis trägt ihren Namen aufgrund eines typischen Krankheitsbildes: der starken Vergrößerung der Beine, die zu einem elefantenartigen Aussehen führen kann.

Die Elephantiasis tropica ist eine infektiöse Tropenkrankheit, die von Fadenwürmern ausgelöst und von Stechmücken übertragen wird. Die Fadenwürmer leben parasitär. Sie befallen andere Lebewesen (Wirt), ernähren sich von ihm und pflanzen sich in ihm fort. Die Infektion mit den Parasiten führt zu einer Beeinträchtigung des Lymphsystems. Durch das Aufstauen der Körperflüssigkeit im Gewebe bilden sich sogenannte Lymphödeme, die ein Anschwellen oder sogar eine dauerhafte Vergrößerung von Körperteilen wie Beinen, Armen oder Hoden hervorruft. Diese Veränderungen führen unter anderem zu Schmerzen, körperlichen Beeinträchtigungen und sozialer Ausgrenzung.

Elephantiasis tropica tritt in verschiedenen tropischen Regionen wie beispielsweise in Afrika, Südostasien und Indien auf. Dabei kann die Erkrankung in bestimmten Regionen gehäuft (herdförmig) auftreten. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO sind etwa 120 Millionen Menschen weltweit mit Elephantiasis infiziert. Davon leidet etwa ein Drittel an körperlichen Beschwerden oder Entstellungen: Etwa 25 Millionen Männer sind von einer genitalen Veränderung betroffen, weitere 15 Millionen Menschen leiden an Lymphödemen der Extremitäten1. Dies sind Schwellungen der Haut und Unterhaut, die durch das Aufstauen von Körperflüssigkeit entstehen. Sie sind für die typischen optischen Merkmale einer Elephantiasis verantwortlich.

Bei einer Elephantiasis tropica besiedeln Fadenwürmer das Lymphsystem

Die Erreger der Elephantiasis tropica sind Fadenwürmer der Familie Filariidae, insbesondere die Art Wuchereria bancrofti, welche für rund 90 Prozent der Erkrankungsfälle verantwortlich ist. Herangereifte Larven dieser Parasiten gelangen über Mückenstiche in den Körper des Menschen. Dort besiedeln sie Lymphgefäße und Lymphknoten, bis sie geschlechtsreif sind. Die ausgewachsenen Parasiten produzieren Millionen von Nachkommen, die die Lymphgefäße verstopfen und einen Lymphstau verursachen können. Fadenwürmer können bis zu acht Jahre im Körper des Menschen überleben.

Die Eier und Larven der Fadenwürmer gelangen in den Blutstrom und können bei einem Stich erneut von Stechmücken aufgenommen werden.

Verschiedene Mückenarten übertragen den Parasiten. Hierzu zählen die Blutsauger der Familie Culex, die auch in Städten der Verbreitungsgebiete häufig vorkommen, oder der Anopheles, die eher in ländlichen Regionen leben.

Die Symptome der Elephantiasis

Nach dem Insektenstich dauert es mehrere Monate oder gar Jahre, bis die Symptome der Elephantiasis auftreten. Oftmals infizieren sich Betroffene bereits im Kindesalter mit dem Erreger, doch die Krankheit bricht erst mit dem Erwachsenwerden aus.

Beim Krankheitsverlauf der Elephantiasis tropica unterscheidet man drei Abschnitte: Den asymptomatischen, den akuten und den chronischen.

Die meisten Infektionen verlaufen zunächst asymptomatisch und die körperlichen Reaktionen des Immun- und Lymphsystems werden noch nicht sichtbar. Während der akuten Phase treten lokale Entzündungen der Lymphknoten, Lymphgefäße und Haut auf. Extremitäten sind durch den Lymphstau gerötet und stark geschwollen – das typische Erscheinungsbild der Elephantiasis kann in dieser Phase bereits auftreten. Durch die Lymphödeme kommt es besonders häufig zu Schwellungen der Hoden und der Beine. Auch andere Körperregionen wie Arme und Brüste können betroffen sein. Dabei sind die Schwellungen nicht nur im Alltag sehr hinderlich, sondern gehen teilweise mit erheblichen Schmerzen einher.

Bleibt die Erkrankung bestehen, spricht man von der chronischen Phase. Lymphödeme mit Schwellungen der Gliedmaßen sind dann dauerhaft vorhanden. Durch die Schwächung des Immunsystems treten vermehrt Entzündungen und bakterielle Hautinfektionen auf. Neben den Gewebeschwellungen kommt es zu Verhärtungen und zum Aufreißen der Haut.

Nicht nur die körperlichen Beschwerden, die durch die Elephantiasis ausgelöst werden, machen den Betroffenen zu schaffen. Zusätzlich geht die Erkrankung mit einer enormen sozioökonomischen Belastung einher. Aufgrund der optischen Entstellung sind Patienten oftmals von sozialer Ausgrenzung sowie psychischen und finanziellen Belastungen betroffen.

Der Elephantiasis tropica vorbeugen und behandeln

Das typische Krankheitsbild einer ausgeprägten Elephantiasis gibt dem Arzt bereits einen deutlichen Hinweis auf die Erkrankung. Darüber hinaus lässt sich der Parasitenbefall auch durch mikroskopische Untersuchungen des Blutes nachweisen. Wird die Krankheit rechtzeitig erkannt, kann sie mithilfe von Medikamenten geheilt werden. Nur wenn sie über Jahre hinweg unbehandelt bleibt, kommt es zu einem unheilbaren Krankheitsverlauf.

Bei einer Reise in die Tropen kann der Erkrankung durch einen geeigneten Mückenschutz vorgebeugt werden. Dieser ist ohnehin zu empfehlen, um auch anderen, durch Stechmücken übertragbaren Krankheiten wie der Malaria oder dem Dengue-Fieber vorzubeugen. Für die Tropen haben sich Repellentien (Insektenschutzmittel) mit den Wirkstoffen DEET und Icaridin bewährt. Zu empfehlen sind Mückenschutzmittel, die auch zur Abwehr von tropischen Stechmücken geeignet sind, wie beispielsweise Anti Brumm® Forte.

Es gibt Medikamente, die präventiv gegen die Ausbreitung der Elephantiasis tropica verwendet werden können. Diese Medikamente haben zwar nur begrenzten Einfluss auf die ausgewachsenen Fadenwürmer, beseitigen jedoch die Larven aus dem Blut. Dadurch wird eine Übertragung auf Stechmücken und einen neuen Wirt verhindert. In bestimmten Risikogebieten empfiehlt die WHO die jährliche Behandlung ganzer Bevölkerungsgruppen, um die Erkrankung langfristig bekämpfen oder gar ausrotten zu können.

Wissenswertes: Gleiche Symptome, andere Ursachen

Das Krankheitsbild der Elephantiasis kann auch durch andere Ursachen hervorgerufen werden. So sind nicht immer die Fadenwürmer, die beim Blutsaugen von Steckmücken übertragen werden, verantwortlich. Unter anderem können auch Venenentzündungen oder Tumorerkrankungen zu einem Verschluss der Lymphgefäße führen. Langfristig ruft das die gleichen Symptome hervor, wie eine Elephantiasis tropica.



1http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs102/en/