Borreliose – Wenn ein Zeckenstich nicht ohne Folgen bleibt

Hautrötung nach Zeckenbiss: Anzeichen für Borreliose-Infektion

Durch Zeckenstiche kann Borreliose übertragen werden.

Die Borreliose ist eine weltweit auftretende Erkrankung, die auch im gesamten Bundesgebiet Deutschlands verbreitet ist. Ausgelöst wird die Borreliose durch spiralförmige Bakterien, sogenannte Borrelien. Die Übertragung des Erregers erfolgt fast ausschließlich über Zecken. Dabei ist die Borreliose die hierzulande am häufigsten durch Zecken übertragene Krankheit.

Die Symptome der Borreliose können sehr unterschiedlich ausfallen und betreffen vor allem die Haut, Gelenke und das Nervensystem. In schwerwiegenden Fällen kann die Infektion zu chronischen Beschwerden führen. Unter anderem kann auch eine Gehirn- oder Rückenmarksentzündung mit Lähmungserscheinungen die Folge sein. Eine Erkrankung kann jedoch auch symptomfrei und unbemerkt verlaufen.

Zecken dienen dem Bakterium als Überträger

Borreliose-Erreger werden durch Zecken auf den Menschen übertragen. In Deutschland ist insbesondere der Gemeine Holzbock für die Weiterverbreitung der Borrelien verantwortlich. Schätzungen des Robert-Koch-Instituts besagen, dass in Teilen Deutschlands bis zu dreißig Prozent aller Zecken mit dem Borreliose-Erreger befallen sind1.

Dabei hält sich das Bakterium im Darm der Zecke auf. Trinkt die Zecke Blut, kann der Borreliose-Erreger in die Blutbahn des Menschen (oder eines anderen Wirts) gelangen. Aber nicht jeder Stich durch eine infizierte Zecke führt auch zwangsläufig zu einer Übertragung des Erregers: Die Borrelien benötigen einige Zeit um aktiv zu werden und aus dem Darm der Zecke zu deren Mund zu wandern. Je länger die Zecke ungestört Blut saugen kann, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung.

Der Wirt versorgt die Borrelien mit Nahrung und dient ihnen als geeigneter Platz zur Vermehrung. Nicht nur der Mensch, sondern verschiedene Säugetiere wie Rotwild oder Nagetiere können die Borreliose-Erreger in sich tragen und zu ihrer Verbreitung beitragen. Dabei zeigen diese Tiere im Gegensatz zum Menschen in der Regel keine Krankheitssymptome.

Die Symptome der Borreliose sind vielfältig

Oftmals kann das Immunsystem den Erreger nach einer Infektion ohne Hilfe selbst bekämpfen. Dann können die Symptome der Infektion komplett ausbleiben oder es tritt nur ein schwacher Krankheitsverlauf auf. Viele Menschen wissen daher nicht, dass sie von den Borreliose-Erregern infiziert sind, auch wenn diese ein Leben lang unbemerkt im Körper bleiben.

Können die Immunzellen die Bakterien nicht so leicht bekämpfen, treten häufig Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Fieber und Schmerzen auf. Bei einem schweren Verlauf kann es außerdem zu Herzproblemen, Hirnhautentzündungen, Gesichtslähmungen und chronischen Gelenkentzündungen kommen.

Charakteristisch, aber ebenfalls bei einer Borreliose-Infektion nicht zwingend vorhanden, ist eine Wanderröte, die sogenannte Erythema migrans. Diese Rötung der Haut tritt nach mehreren Tagen bis Wochen ringförmig um die Einstichstelle auf.

Nach dem Zeckenstich: Borreliose erkennen und behandeln

Wird man von einer Zecke gestochen, gilt es, den Parasiten möglichst schnell zu entfernen. Denn je länger die Zecke auf der Haut verbleibt und Blut saugt, desto höher ist das Risiko, dass vorhandene Erreger übertragen werden. Beim Entfernen der Zecke ist es wichtig die richtige Technik anzuwenden und den Blutsauger rasch und komplett herauszuziehen.

Die Einstichstelle sollte in den folgenden Wochen gut beobachtet werden. Hilfreich ist es darüber hinaus, sich das Datum und den Ort des Zeckenstichs im Kalender zu vermerken, um die Informationen gegebenenfalls bei einem Arztbesuch bereit zu haben. Treten allgemeine Krankheitsanzeichen auf, kann dies auf eine Borreliose-Infektion hinweisen.

Die sichere Diagnose einer akuten Borreliose ist trotz verschiedener Laboruntersuchungen sehr schwierig. Nur die Krankheitssymptome können darauf Hinweise geben. Die charakteristische Wanderröte hilft bei einer frischen Infektion, eine Borreliose zu erkennen, tritt jedoch nicht bei allen Betroffenen auf. Erst vierzehn Tage nach einer neuen Infektion ist ein Erregernachweis mithilfe von Antikörperuntersuchungen möglich. Die Behandlung der Erkrankung erfolgt in der Regel mithilfe von Antibiotika.

Borreliose vorbeugen

Um erst gar nicht vom Borreliose-Erreger (oder anderen, durch Zecken übertragbare Krankheiten wie der Frühsommer Meningoenzephalitis FSME) infiziert zu werden, ist es wichtig, sich vor Zeckenstichen gut zu schützen. Wer sich in der Natur aufhält, sollte auf lange Kleidung und geeignete Repellents setzen. Insektenschutzmittel mit den Wirkstoffen Icaridin oder DEET sind als Schutz vor Zecken gut geeignet. Eine Impfung gegen das Borreliose-Bakterium existiert bislang nicht.



1 http://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Borreliose/Borreliose.html