Babesiose – Eine weltweit auftretende Erkrankung

Die Babesiose wird in erster Linie durch Zecken übertragen

Zecken können die Babesiose übertragen.

Neben Borreliose und FSME kann auch die sogenannte Babesiose durch Zecken auf den Menschen übertragen werden. Obwohl diese Krankheit weltweit verbreitet ist, tritt sie beim Menschen eher selten auf. Die Erreger der Babesiose sind einzellige Parasiten, sogenannte Babesien, die in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) des Wirts leben.

Der Wirt, das kann Mensch oder Tier sein, beherbergt und ernährt den Parasiten. Durch die Zerstörung der roten Blutkörperchen, die für den Sauerstofftransport im Blut verantwortlich sind, kann es insbesondere bei immungeschwächten Personen zum Ausbruch der Krankheit mit malariaähnlichen Symptomen kommen.

Unter den vielen verschiedenen Babesienarten gibt es auch einige, die andere Säugetiere wie Rehe, Rinder oder Schafe befallen. Gerade die Babesiose des Hundes, auch Hundemalaria genannt, ist weltweit verbreitet und aufgrund ihrer Häufigkeit bei Tierbesitzern gefürchtet. Sie kommt vor allem im Mittelmeerraum, Nordafrika und Frankreich vor.

Übertragungswege der Babesiose

Babesien halten sich im Zellinneren der roten Blutkörperchen auf. Daher können sie über das Blut, insbesondere bei einem Zeckenstich (umgangssprachlich auch als Zeckenbiss bekannt), von einem Wirt in den nächsten gelangen. Auch eine Übertragung der Erreger über Bluttransfusionen oder von einer Mutter auf das ungeborene Kind ist möglich.

Bei gesunden Personen verläuft eine Erkrankung meist unerkannt

Nachdem die Erreger in die Blutbahn gelangt sind, befallen sie die Erythrozyten, vermehren sich und zerstören dabei die Zellen. Gerade bei immungeschwächten Personen wie HIV-Patienten oder bei Menschen, denen die Milz entfernt wurde, kann es leichter zu einem Ausbruch der Krankheit und einem schweren oder gar tödlichen Krankheitsverlauf kommen. Gesunde Personen hingegen bekommen von einer Infektion mit Babesiose in der Regel nichts mit, da das Immunsystem die Babesien selbst bekämpfen kann. Die Babesien können dennoch Jahrelang unbemerkt im Körper fort bestehen.

Symptome und Krankheitsverlauf der Babesiose

Durch die Zerstörung der Erythrozyten zeigen sich unspezifische Symptome wie Abgeschlagenheit, Gewichtsverlust und Fieber, begleitet von Muskel-, Kopf- und Gliederschmerzen. Eine Abgrenzung von anderen Erkrankungen, kann aufgrund der Symptome in diesem Stadium schwer fallen. Verstärkt sich die hämolytische Anämie, also die Zersetzung der roten Blutkörperchen, können eine Vergrößerung der Milz, Symptome der Gelbsucht und Nierenversagen auftreten.

Bei körperlich vorbelasteten Personen dauert es zwischen einer Woche und einem Jahr, bis die Krankheitssymptome der Babesiose auftreten. Dabei ist der Verlauf bei immungeschwächten Patienten rezidivierend: die Krankheit kann nach erstem Abklingen der Symptome erneut wiederkehren.

Die Symptome einer Babesiose können sehr unterschiedlich sein. Während die weltweit auftretenden Babesioseerreger Babesia divergens meist eine schwere Symptomatik hervorrufen und Infektionen auch einen lebensbedrohlichen Verlauf nehmen können, ist der Krankheitsverlauf bei dem in den USA vorkommenden Erreger Babesia microti eher mild.

Babesioseerreger sind unter dem Mikroskop sichtbar

Besteht der Verdacht auf eine Babesiose, kann eine mikroskopische Blutuntersuchung bei der Krankheitsaufklärung weiterhelfen. Hierbei sind die Erreger im Inneren der roten Blutkörperchen deutlich zu sehen. Ist die Erregerdichte jedoch zu niedrig, können andere Laboruntersuchungen, wie eine PCR (Polymerasenkettenreaktion), bei der Diagnose helfen. Bei dieser Methode wird nach Spuren von Genmaterial des Parasiten gesucht, es kann also nachgewiesen werden, dass die Erreger im Körper vorhanden sind.

Eine Behandlung erfolgt in der Regel mithilfe von Antibiotika. In seltenen Fällen kann außerdem eine Austauschtransfusion notwendig werden. Hierbei wird eine möglichst große Menge des Blutes durch nicht-infiziertes Spenderblut ersetzt.

Schutz vor Babesiose – Schutz vor Zecken

Um sich vor einer Ansteckung mit Babesiose und anderen Erkrankungen wie der Borreliose zu schützen, sollte man Zeckenstiche generell vermeiden. Um Zecken zuverlässig fernzuhalten, gibt es verschiedene Repellents mit den Wirkstoffen Icaridin oder DEET. Auch eine geeignete Kleidung und ein angepasstes Verhalten können dabei helfen, sich vor Zecken zu schützen.

Die besten Tipps dazu lesen Sie hier.